Wie man einen Baum (unauffällig) tötet.  
     
  Ich hatte vor einiger Zeit das Problem, dass ich eine ca. 10 bis 12 Meter hohe Buche loswerden wollte. Dies sollte unauffällig geschehen, d.h. fällen oder sichtbare Beschädigungen (wie z.B. ringeln) kamen nicht in Betracht.

Ich hatte mich - nach erfolgloser Google-Recherche - zu diesem Zweck in einigen Garten- und Baumforen angemeldet und um Rat gebeten. Die mir daraufhin entgegengebrachten Anfeindungen von Pflanzenfaschisten spotteten jeder Beschreibung. Es gibt offensichtlich sehr viele Verrückte, die die Entfernung eines störenden Baumes für ein unverzeihliches Verbrechen halten, die Tötung eines Menschen aber nicht. So sind sie, unsere baumstreichelnden Umwelttaliban.

Diejenigen, die mir tatsächlich bei der Lösung meines Problems helfen wollten, meldeten sich bei mir aufgrund der Einschüchterung durch den Shitstorm nur per PN oder per Mail. Hier bekam ich allerdings einige sehr wertvolle Hinweise.

Außerdem meldeten sich sehr viele Personen, die vor einem ähnlichen Problem standen wie ich, einen Baum unauffällig absterben zu lassen. Da es hier offensichtlich einen Wissensbedarf gibt, den bisher verfügbare Internetseiten nicht decken können, habe ich mich entschieden, diese Seite online zu stellen.

Das Problem:
Eine ca. 10 bis 12 Meter hohe Rotbuche, deren Stamm für mich zugänglich war, sollte, ohne erkennbare äußere Beschädigungen und ohne dass die umliegende Vegetation in sichtbare Mitleidenschaft gezogen würde, zum Absterben gebracht werden.

Die Lösung:
Erfolgreich war bei mir das Einbringen von Natriumchlorat (Hauptbestandteil im früher weit verbreiteten "Unkraut-Ex") und von Glyphosat (Roundup 450g/l) (s. Abb. 1) über Bohrungen in den Stamm.
 
 
Abb. 1: Die verwendeten Chemikalien, Natriumchlorat und Glyphosat (Roundup).
 
  Ich trieb mit einem 16 mm Bohrer (s. Abb. 2) zwei schräg nach unten verlaufende ca. 25 bis 30 cm tiefe Bohrungen in den Stamm der Buche.  
 
Abb. 2: Holzbohrer 16 mm für Bohrungen mit ca. 25 bis 30 cm Tiefe.
 
  Eine der beiden Bohrungen befüllte ich mittels Spritze mit der etwas zähflüssigen Glyphosat-Lösung, die zweite mittels eines Pulvertrichters und eines kleinen Stabes zum Stochern mit dem kristallinen Natriumchlorat vollständig. In die mit Natriumchlorat befüllte Bohrung gab ich mit einer Spritzflasche noch Wasser um das Chlorat anzulösen und für den Baum besser verfügbar zu machen.
Anschließend verschloss ich die Bohrungen mit passend zugeschnittenen Aststücken (s. Abb. 3). Für jemanden, der nicht weiß, dass es sich um getarnte Verschlussstopfen handelt, sind sie nicht von natürlich gewachsenen Ästen zu unterscheiden.
 
 
Abb. 3: Die beiden befüllten, mit eingepassten Aststücken verschlossenen Bohrungen.
 
  Das Ergebnis:
Nach ca. 2 Wochen (Ende August) begann der Baum das gesamte Laub abzuwerfen. Im Spätherbst trieb er noch etwas nach, woraufhin ich die Aststopfen herauszog, die Bohrungen nochmals wie obenstehend befüllte und die Stopfen wieder einsetzte. Ich hatte eigentlich vor, diese Prozedur im Frühjahr zu wiederholen, der Baum trieb jedoch nicht wieder aus. Jetzt (Anfang Juni) ist der Baum immer noch kahl und zeigt keine Anzeichen von Leben (s. Abb. 4). Auf dem Bild ist auch sehr schön zu erkennen, wie die benachbarten Bäume (ebenfalls Rotbuchen) voll belaubt sind.
 
 
Abb. 4: Der abgestorbene Baum im Frühsommer nach der Behandlung.
               Im Hintergrund rechts gesunde, belaubte Bäume der gleichen Art.
 
  Das Fazit:
Mein Vorgehen war mit nur zweimaliger Anwendung erfolgreich. Ich weiß nicht, welches von beiden eingesetzten Mitteln den Ausschlag gab, oder ob sie nur in Kombination erfolgreich sind. Roundup ist frei verkäuflich, bei Natriumchlorat könnten sich Personen ohne chemischen Hintergrund etwas schwer tun, da es auch zur Herstellung potenter Sprenstoffe verwendet werden kann.
Außerhalb der EU sind Chlorate zur Unkrautbekämpfung allerdings durchaus noch verbreitet. Falls man da im Urlaub ist, kann man ja mal in der Drogerie/beim Gartenbedarf nachfragen.
Außerdem wird es noch als Bleichmittel eingesetzt, allerdings auch vorwiegend in der Industrie. Es kann zwar theoretisch relativ leicht elektrolytisch aus Kochsalzlösung hergestellt werden, aber vermutlich haben alle Personen, die dies praktisch beherrschen, ohnehin auch Zugang zu entsprechenden Chemikalienkatalogen.

Es ist jedoch durchaus möglich, dass auch das Roundup alleine ausgereicht hätte, den Baum zu töten. Eventuell wären dann eben mehrere Anwendungen nötig gewesen.
Falls jemand hierzu Erfahrungen gemacht hat oder macht, kann er Sie mir gerne mailen an baumfreund@outlook.com, ich veröffentliche sie dann hier an dieser Stelle.

Außerdem:
Im folgenden liste ich alle mir von verschiedenen Personen vorgeschlagenen außerdem möglichen Chemikalien und Vorgehensweisen auf, die geeignet sein könnten, einen Baum zum Absterben zu bringen. Ich habe diese allerdings nicht selbst getestet und die Mehrzahl der genannten Chemikalien dürfte für Nicht-Chemiker noch schwieriger verfügbar sein als Natriumchlorat. Falls jemand noch weitere Ideen oder Vorschläge hat, mailt sie mir, ich füge sie dann hinzu.
 
 
Vorgeschlagen wurden:
Tordon/Picloram
Ustilan
Thebutiuron
Begießen des Wurzelbereichs mit mind. 10 l konz. Salz- oder Schwefelsäure.
Hier Tipps von Prof. Weihs, der meine Annahme bestätigt, dass Roundup/Glyphosat alleine schon ausreicht.
Die Grünen im Landtag von BW helfen uns auch mit einer detaillierten Anleitung bei der Baumpflege.

 
   

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